Grundbegriffe des Terminologiemanagements - Teil 1
In diesem mehrteiligen Artikel erläutern wir für Sie zentrale Begriffe des Terminologiemanagements und setzen sie in Beziehung zueinander. Sie erhalten damit einen Eindruck davon, worum es in diesem Fachgebiet geht und auf welchen sprachlichen Ebenen sich ein Terminologe bewegt. Gegenstand dieses 1. Teils sind grundlegende Begriffe.
Terminologie, Terminologiemanagement, Terminologielehre
Terminologie
Eine Terminologie ist ein - mit den Worten der DIN 2342 - der "Gesamtbestand der Begriffe [...] und ihrer Bezeichnungen [...] in einem Fachgebiet". Eine Terminologie ist sozusagen der Fachwortschatz eines Fachgebiets. Ein Fachgebiet kann dabei theoretisch beliebig groß oder klein gewählt werden.
Terminologiearbeit und Terminologiemanagement
Terminologiearbeit umfasst laut DIN 2342 die "Erarbeitung, Bearbeitung oder Verarbeitung, Darstellung oder Verbreitung von Terminologie". Zur Terminologiearbeit gehört somit auch das Extrahieren von Termen, das Erstellen von Begriffssystemen, das Einpflegen von Termen in Texte sowie das Veröffentlichen von Terminologien, z. B. in einem Intranet.
Terminologiemanagement ist laut DIN 2342 der "Teil der Terminologiearbeit [...], der sich mit der Erfassung, Verarbeitung, Pflege und Bereitstellung von terminologischen Daten befasst". Terminologiemanagement soll demnach ein Teil der Terminologiearbeit sein. In der Praxis ist inzwischen jedoch der Gebrauch von Terminologiemanagement als Synonym zu Terminologiearbeit etabliert.
Terminologiemanagementsystem
Nach DIN 2342 ist ein Terminologiemanagementsystem (oder auch Terminologieverwaltungssystem) eine "Software zur Verwaltung terminologischer Daten", wobei unter "terminologischen Daten" alle Daten zu verstehen sind, die zusammen mit einem Begriff in einem Datenbankeintrag erfasst werden.
Terminologielehre
Das wissenschaftliche Fundament des Terminologiemanagements ist die Terminologielehre. Sie wird definiert als "Wissenschaft von den Begriffen [...] und ihren Bezeichnungen [...] in den Fachsprachen" (DIN 2342).
Begriff, Gegenstand und Benennung
Begriff
In der Allgemeinsprache wird "Begriff" häufig synonym zu "Wort" verwendet. In der Terminologielehre ist ein Begriff jedoch die Vorstellung, die ein Mensch von einem Gegenstand oder von einer Gruppe von Gegenständen hat. Denken Sie zum Beispiel an "Bildschirm" - das, was Sie nun denken, ist Ihr Begriff von "Bildschirm". Damit innerhalb eines Fachgebietes nicht verschiedene Begriffe von gleichen Gegenständen existieren, werden Begriffe mittels Definitionen festgelegt und an ein bestimmtes Wort geknüpft.
Darüber hinaus wird unterschieden zwischen "Allgemeinbegriff" und "Individualbegriff":
Allgemeinbegriff: In Ihrem Leben haben Sie schon viele verschiedene Bildschirme gesehen. Einen Bildschirm, den Sie noch nie zuvor gesehen haben, erkennen Sie dennoch als Bildschirm, und zwar anhand bestimmter Merkmale, die alle Bildschirme gemeinsam haben. Ihr Begriff von "Bildschirm" ist also eine Abstraktion Ihrer bisherigen Erfahrungen mit Bildschirmen. Unter "Bildschirm" verstehen Sie nicht einen bestimmten, physisch einmaligen Bildschirm, sondern eine Gruppe von gleichen Gegenständen.
Individualbegriff: Begriffe, die nicht auf Erfahrungen mit vielen ähnlichen Gegenständen beruhen, sondern auf bestimmten, physisch einmaligen Gegenständen. Beispiel: "Eiffelturm"
Gegenstand
Im Sinne der Terminologie ist ein Gegenstand eine beliebige materielle oder immaterielle Sache. Eine solche Sache kann auch ein Geschehnis oder ein Sachverhalt sein.
Benennung und Bezeichnung
Eine Benennung ist eine sprachliche Bezeichnung für einen (Allgemein-) Begriffs. "Benennung" wird meist synonym zu "Term", "Terminus" und "Fachausdruck" verwendet. Geht es um einen Individualbegriff, ist die Benennung auch ein Name.
Ferner wird unterschieden zwischen Einwortbenennungen (z. B. "Dieselmotor") und Mehrwortbenennungen (z. B. "Drehmomentwandler mit Wandlerüberbrückung").
"Bezeichnung" wiederum ist ein Oberbegriff von "Benennung": Die Bezeichnung eines Gegenstandes kann sprachlich sein (= Benennung) oder nichtsprachlich (z. B. Symbol, Nummer).
Fortsetzung
Lesen Sie weiter: In Teil 2 werden weitere Details und Unterscheidungen der Terminologielehre erläutert, wie zum Beispiel Merkmale und Begriffsumfang.
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